
Seit Ende Dezember 2011 verfügt das LKH Leoben über eine neue MR-Mammografie-Spule. Mit Hilfe dieser Spulentechnologie ist eine noch bessere Qualität der MR-Mammografie möglich.
Dabei wurde die 7-Kanal-Mammotrak-Spule, die bisher verwendet wurde, und nun immer noch für MR-gezielte Stanzbiopsien im Einsatz ist, durch eine der ersten 16-Kanal-Spulen für MR-Mammografien in Europa ergänzt.
Das Mammotrak-16 System
Die Vorteile der 16-Kanal-Spulentechnik in der MR-Mammografie sind eine höhere räumliche Auflösung im Submillimeterbereich und auch eine bessere zeitliche Auflösung. Dadurch kann man pathologischen Veränderungen in der Brust deutlich detailgetreuer darstellen und daher insbesondere auch kleinere Läsionen erkennen und auch leichter differenzieren.
Es werden dynamische 3D-Bilder angefertigt, wodurch aufgrund der Volumenakquisition die Brust in allen drei Raumrichtungen ohne Datenverlust und mit derselben Qualität wie die Originaldaten, die üblicherweise in transversaler Schichtführung angefertigt werden, dargestellt werden können. Dies hat den Vorteil, dass man Läsionen deutlich einfacher und exakter einem Quadranten zuordnen kann. Außerdem können auch 3-dimensionale Rekonstruktionen der Brust angefertigt werden, die einen besseren Eindruck des Ausmaßes und der Lage der Veränderung innerhalb der Brust vor einer Operation ergeben, was dem Operateur sehr hilfreich sein kann.
Als spezielle MR-Mammografie-Auswertekonsole verwendet das Institut ein DYNACAD-System für die Befundung und Auswertung wie auch für die Punktionsplanung. Auf der Konsole DYNACAD kann für Tumor-Patientinnen, die eine neoadjuvante Chemotherapie erhalten, einen Bericht erstellt werden, in dem neben einer automatischen Lageberechnung auch eine automatische Größen- und Volumenberechnung und auch eine Beurteilung des Kontrastmittelaufnahmeverhaltens durchgeführt und dokumentiert werden kann. So kann man im Verlauf der Chemotherapie den Therapieerfolg durch Beurteilung der Größenreduktion und auch durch quantitative Auswertung der Änderung des Kontrastmittelaufnahmeverhaltens viel genauer evaluieren.
Neben all den Verbesserungen der Abbildungs- und Auswertetechnik hat die neue Spule auch für den Patienten Vorteile. Der Patientenkomfort hat sich deutlich gegenüber anderen Spulensystemen verbessert. Dies wird durch eine integrierte Kopfstütze, die der Patientin angepasst werden kann, und durch einen integrierten Spiegel, mit Hilfe dessen die Patientin das Gefühl hat, aus dem MR-Gerät hinaussehen zu können, gewährleistet. Diese Einrichtungen führen zu einer Verminderung der Platzangst. Die Brust muss außerdem nicht mehr komprimiert werden, was für die Patientin ebenfalls deutlich angenehmer ist.